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Kategorie: Küchengeräte
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Eigentlich ist die Herstellung von Butter nicht schwer. Frisch gemolkene Milch wurde in flache Gefäße gegeben und gegen der Fliegen abgedeckt. Nach einigen Stunden setzte sich oben der Rahm ab und konnte mit einem Abscheider (ähnlich einer Schaumkelle) von der Milch abgeschöpft werden. Es gab auch spezielle flache Tröge mit einem Stöpsel, bei denen die Milch nach dem Absetzen des Rahmes nach unten abgelassen werden konnte.

Zur Rahmgewinnung in größeren Mengen wurden effektivere Zentrifugen verwendet. Anschließend wurde der Rahm gesäuert. Dazu musste er einfach bei Raumtemperatur einige Zeit stehen gelassen werden. Schneller ging es, wenn etwas bereits gesäuerter Rahm zum frischen Rahm gegeben wurde. Eine größere Menge von diesem Sauerrahm wurde dann in ein Gefäß gefüllt und darin bewegt, bis sich oben auf der Flüssigkeit Butterbröckchen zeigen.

Sehr frühe Geräte zur Herstellung von Butter sind die sogenannten Stoßbutterfässer, die hier in Deutschland bis ins 20. Jahrhundert hinein üblich waren. Sie bestehen aus Holz und sind relativ hoch und schmal. Ihr Deckel hat in der Mitte ein Loch, durch das der Stößel, oft mit einer kreisförmigen Scheibe am Ende führte, der zum Stoßen der Butter nach oben und unten bewegt werden konnte. Das hier gezeigte frühe Stoßbutterfass ist eine Miniatur aus meiner Puppen-Rauchfangküche - ein großes fehlt mir (noch).

Daneben existierten die verschiedensten anderen Gerätschaften, die von Mensch oder Tier angetrieben wurden und dazu dienten, dass Gefäß mit dem Rahm zu bewegen, bis sich Butter absetzte. Für den Hausgebrauch wurde das Stoßbutterfass im 19. Jahrhundert von den handlicheren Buttermaschinen abgelöst, die im Sitzen bedient werden konnten.

Als besonders praktisch stellten sich Buttermaschinen aus Glas heraus, da man hier das Buttern genau beobachten konnte, ohne den Deckel entfernen zu müssen. Sobald die ersten kleinen Kügelchen an der Oberfläche des Rahmes sichtbar wurden, goss man etwas kaltes Wasser hinzu und bewegte das Ganze einige Minuten weiter. Die übrig bleibende Flüssigkeit wurde abgegossen und verzehrt: die Buttermilch.

Zur Butter wurde nun immer wieder Wasser gegeben und der Stößel weiter bewegt, um die Butter zu "waschen". Anschließend wurde die Butter - meist in Holzformen mit einer Abflussrinne - ausgerollt und dadurch gepresst - so wurde die restliche Buttermilch entfernt. Dann wurde sie gesalzen und zu Klumpen geformt, die mit Kraft in ihr Vorratsgefäß geworfen wurden, um Luft und Wasser herauszudrücken. Vor dem Verzehr wurde das Salz durch nochmaliges Waschen der Butter wieder entfernt.

Um die Butter zu verschönern, weil die Hausfrau sie verkaufen wollte oder ihr Ehrgeiz darin lag, den Tisch besonders schön einzudecken, wurde die Butter in Buttermodeln aus Holz ausgeformt. Das hier gezeigte kleine Buttermodel hat in der Mitte einen mit Kerbschnitzerei verzierten Stempel, mit dem die Butterportion eine Blüte aufgedrückt bekam.